Bürgerbegehren gegen Bahnhofsareal

Gegen das vom Stadtrat geplante Konzept zur Neugestaltung des Memminger Bahnhof-Areals zwischen Kalch- und Maximilianstraße macht sich Widerstand breit. Eine Bürgerinitiative startet heute mit einem Bürgerbegehren. Sie will die Pläne in der vorliegenden Form verhindern. Die Initiatoren sehen in dem Vorhaben zahlreiche Schwachstellen. Kritisiert wird unter anderem, dass es zu wenig Wohnraum und zu viele Geschäfte gibt. Auch die geplanten Gebäude würden hier nicht hinpassen. Mit dem Verkauf des Areals an einen Investor gebe die Stadt auch ihre Einflussmöglichkeiten auf. Die Bürgerinitiative fordert, dass das Projekt von einem Fachgremium begleitet wird und auch die Bürger daran beteiligt werden. Um einen Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen, sind etwa 2.700 Unterstützer-Unterschriften notwendig. In einem Schreiben der Bürgerinitiative heißt es wörtlich: „Das für die Stadt Memmingen vergleichsweise große Gelände besitzt aufgrund seiner Lage und seiner Bausubstanz ein für die Stadtentwicklung einmaliges Potenzial. Ist es in Zeiten steigender Grundstückskosten nicht gewinnbringender durch Erhaltung öffentlichen Grunds handlungsfähig zu bleiben, statt zu privatisieren? Ist es in Zeiten von Partizipation nicht angebracht, zukünftige Nutzerinnen und Nutzer in den Planungsprozess mit einzubeziehen, statt über deren Köpfe hinweg zu entscheiden? Sowohl aus Nutzungsperspektive, als auch hinsichtlich Gebäudehistorie und Architektur lässt sich am aktuellen Entwurf Kritik anbringen. Dem für Memmingen so wichtigen Thema bezahlbarer Wohnraum wurde wenig bis keine Aufmerksamkeit gewidmet und öffentlicher Raum ohne Konsumzwang ist weitestgehend nicht vorgesehen. Die Verkehrssituation entlang des Bahnhofs wird sich weiter verschärfen. Die Funktion des Bahnhofsareals als „Tor zur Stadt“ wurde bei der Neuplanung ignoriert.“

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https://www.rt1-suedschwaben.de/buergerbegehren-gegen-bahnhofsareal-38137/
2018-11-30T07:29:35+01:00
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