Corona-Krise – Alle Infos

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Montag den Katastrophenfall im gesamten Freistaat ausgerufen. Das erleichert die Krisen-Organisation, sie kann zentral gesteuert werden. Seit Montag, 16.3., haben ja schon Schulen und Kitas geschlossen, bis zum Ende der Osterferien. So geht es weiter:

Seit Dienstag, 17.3., ist im Bereich Freizeit alles zu. Das betrifft Kinos, Schwimmbäder, Saunen, Thermen, Spielhallen, Discos, Bordelle, Museen und Stadtführungen, Sporthallen und Sportplätze, Spielplätze, Fitnesscenter, Zoos, VHS, Musikschulen und Jugendhäuser.

Seit Mittwoch, 18.3., sind alle Ladengeschäfte im Einzelhandel zu. Zum Beispiel Klamotten- oder Blumenläden.
Außerdem gelten für die Gastronomie beschränkte Öffnungszeiten. Restaurants öffnen zwischen 6 und 15 Uhr. Zwischen den Gästen soll es einen Mindestabstand von 1,5 Metern geben, außerdem dürfen maximal 30 Leute gleichzeitig dort sein. Nach 15 Uhr darf Essen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden. Auch Lieferdienste bringen weiter Essen. Die Verordnung gilt auch für Biergärten, Terrassen und Eisdielen.
Auch viele Ämter und Stadtverwaltungen haben zu oder nur eingeschränkte Öffnungszeiten – informiert euch vorher auf deren Website. Teilweise könnt ihr manches jetzt auch online erledigen.
Ausgangssperren gibt es in Deutschland vorerst nicht. Ministerpräsident Markus Söder sagte am Montag, die Maßnahmen sind die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Veranstaltungen sind nur noch im kleinen privaten Rahmen erlaubt und sollen nach Möglichkeit abgesagt werden. Die Maßnahmen gelten erstmal 14 Tage lang. Dann wird bewertet, ob sie erfolgreich sind – also: Ob die neuen Ansteckungszahlen tatsächlich runtergegangen sind. Derzeit steigen sie im Freistaat rasant.

Seit Samstag, 21.3., sind durch die Verhängung weiterer Ausgangsbeschränkungen nun auch alle Bau- und Gartenmärkte, Friseure und Wertstoffhöfe geschlossen.
Die Gastronomie schließt grundsätzlich. Nur noch Verkauf zum Mitnehmen und auch Lieferungen sind erlaubt.

GEÖFFNET BLEIBEN: Supermärkte, Getränkeläden, Drogerien, Apotheken, Banken, Optiker und Akustiker, Kfz-Werkstätten, die Post, Tankstellen, Reinigungen, sowie der Onlinehandel. Für alle gelten außerdem erweiterte Öffnungszeiten. Werktags dürfen sie bis 22 Uhr öffnen, sonntags von 12 bis 18 Uhr. Die Öffnungszeiten müssen sie aber nicht anpassen. Es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe, die Lieferketten und Warenlieferungen laufen weiter.

Besondere Regeln: Für Dienstleister mit Kundenkontakt gilt ein Mindestabestand von 1,5m zwischen den Kunden. Im Wartebereicht dürfen sich maximal 10 Personen aufhalten.

In der Medizin wird alles auf Corona ausgerichtet

Die Notfalltelefonnummern (siehe unten) bekommen verstärkt Personal, genauso die Gesundheitsämter. Bayernweit wird mehr getestet, hat Söder angekündigt, allerdings nur noch Personen, die Symptome zeigen. An allen Krankenhäusern werden Pandemie-Pläne erarbeitet, auch Reha-Kliniken und Arztpraxen werden miteinbezogen. Unikliniken werden komplett auf Behandlung ausgerichtet. Auch Medizinstudenten sollen helfen, bislang wurden schon 500 rekrutiert (Stand Dienstag). Genauso werden Ärzte, die gerade in den Ruhestand gegangen sind, und Ärzte in Elternzeit wieder reaktiviert. Der Freistaat stockt außerdem bei den Atemgeräten auf, um auf viele schwere Infektionsfälle vorbereitet zu sein.

Wirtschaftliche Folgen

Die Corona-Krise bedroht viele Unternehmen und damit auch viele Arbeitsplätze. Zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes, zum Beispiel mit erweitertem Kurzarbeitergeld, hat Ministerpräsident Markus Söder einen Rettungsschirm angekündigt. Der Freistaat stellt für die Bekämpfung des Corona-Virus und dessen wirtschaftliche Folgen bis zu 10 Milliarden Euro bereit.
Seit Mittwoch, 18.3., sind die entsprechenden Formulare für schnelle Hilfszahlungen auf der Ministeriumswebsite zu finden. Schon ab Freitag können dann Soforthilfen zwischen 5000 und 30.000 Euro ausgezahlt werden. Die Finanzämter stehen schon jetzt bereit für Steuerstundungen.

Osterurlaub

Von Reisen wird aktuell abgeraten. Busreisen wurden verboten. Hotelübernachtungen sind für den Tourismus nicht mehr erlaubt. Ministerpräsident Markus Söder sagte am Dienstag in einer Pressekonferenz, er rate dazu, die Osterferien daheim zu verbringen.

Das sind die Fallzahlen in der Region

  • in Memmingen: 15 Personen
  • im Landkreis Unterallgäu: 48 Personen
  • im Landkreis Ostallgäu und Kaufbeuren: 44 Personen
  • im Landkreis Günzburg: 25 Personen

Damit sich nicht mehr Menschen anstecken, gibt es in den Krankenhäuser in Memmingen, Mindelheim und Ottobeuren ein generelles Besuchsverbot. Es wird nur wenige Ausnahmen geben. Auch Besuche in den Seniorenheimen werden eingeschränkt. Vor allem für kranke und ältere Menschen kann das Virus gefährlich werden.

Mobiles Testzentrum in Mindelheim

In Mindelheim gibt es ab sofort einen Corona-Drive-In-Schalter. Am Kreisbauhof in der Landsbergerstraße hat das Landratsamt ein mobiles Testzentrum eingerichtet.  Allerdings ganz wichtig: Den Drive-In-Schalter dürfen nur Personen benutzen, die vorher mit dem Gesundheitsamt telefoniert haben.  Testen lassen können sich in der Regel nur Personen mit Symptomen oder Angehörige von Infizierten.

Agentur für Arbeit und Jobcenter geschlossen

Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen und zum Schutz der Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bleiben die Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit sowie die Jobcenter im Allgäu bis auf Weiteres geschlossen. Die Arbeitsagentur ist aber weiterhin telefonisch oder über die Homepage erreichbar.

Wo kann ich mich informieren?

800 800
https://www.rt1-suedschwaben.de/corona-krise-alle-infos-61654/
2020-03-23T07:01:00+02:00
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