NS-ZEITZEUGE IN MEMMINGEN

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Der jüdische Holocaust-Überlebende Abba Naor hat vergangene Woche die Stadt Memmingen besucht.
Er war in mehreren Schulen, um dort mit den Schülern zu diskutieren und sich für eine aktive und lebendige Erinnerungskultur einzusetzen.
Der 89-jährige war während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ins KZ gesteckt worden. Heute kämpft er gegen das Vergessen, damit sich die Fehler der Vergangenheit niemals wiederholen.

SEINE GESCHICHTE

Abba Naor stammt aus Litauen und kam mit 13 Jahren dort ins Konzentrationslager - zusammen mit seinem Vater, seiner Mutter und seinen Geschwistern.
In verschiedenen KZs wurde er zuerst von seiner Mutter und dann auch von seinem Vater und seinen Brüdern getrennt.
Den Rest seiner Familie hat er nie wieder gesehen - sie alle wurden im KZ ermordet. Heute lebt Naor mit seiner Frau in Israel.

Naor besucht jährlich bis zu 100 Schulen, um mit den Schülern zu diskutieren und von den furchtbaren Dingen zu erzählen, die er am eigenen Leib erfahren hat.
Er betont: "Diese Kinder haben keine Verantwortung für die Taten der Vergangenheit, sie sind unsere Zukunft."

Sein wichtigstes Anliegen ist die Freundschaft von Deutschland und Israel:

Momentan wird viel über die "Erinnerungskultur" gestritten. Der Anteil derer, die das schreckliche Geschehen während der Nazi-Herrschaft umdeuten oder gar leugnen, nimmt zu. "Vergessen ist keine Option", sagt Naor: